Historische fakten über Ales stenar
Ales stenar liegt auf dem Höhenzug Kåsebergaåsen, der vor 15000 Jahren entstanden ist, als das Inlandeis schmolz und Geröll und Gestein zurückließ. Das eigentliche Monument jedoch ist sehr viel jünger.
Schiffslegungen kommen in zwei vorhistorischen Perioden vor, in der späten Bronzezeit (vor ca. 2500 bis 3000 Jahren) und der frühen Eisenzeit (vor ca. 1000 bis 1500 Jahren). Die meisten Schiffslegungen gibt es auf den Inseln Öland und Gotland, rund um den Mälarnsee und auf Bornholm, gewöhnlich auf Grabfeldern gemeinsam mit anderen Monumenten und in der Nähe von Wasserläufen und Küstenstreifen.
Mit seinen 67 Metern Länge und seinen 19 Metern Breite ist Ales stenar eine der größten Schiffslegungen in Skandinavien. Da solche Schiffslegungen in verschiedenen Perioden vorkommen, war es notwendig, archäologische Untersuchungen durchzuführen, um Ales stenar zu datieren. Mit Hilfe einer Radiocarbondatierung kann man das Alter organischer Reste bestimmen. Es gibt sieben Altersangaben für Ales stenar. Eine ist auf 3600 bis 3000 v.u.Z. datiert, während die anderen sechs um 600 u.Z. herum liegen, was als der wahrscheinlichste Zeitpunkt für die Errichtung der Schiffslegung angesehen wird. Eine der Proben scheint das dadurch zu bestätigen, dass sie unter einem Stein genommen worden ist, der wohl die ganze Zeit unberührt gestanden hat.
Die genau ausgewählten Steinblöcke wiegen zwischen 500 und 1800 Kilogramm. Sie wurden wahrscheinlich aus der Umgebung entlang des Höhenzuges hierher gebracht. Aber einige der Steine bestehen auch aus einer bestimmten Sandsteinart, dem Hardebergasandstein, den es hier nur entlang der Küste südlich von Simrishamn ungefähr 20 Kilometer entfernt von hier gibt. Sie wurden wahrscheinlich über das Eis im Winter nach Kåseberga transportiert.
Ales stenar im Laufe der Zeiten
Viel geschah mit den Steinen und dem Land ringsum seit die Schiffslegung angelegt wurde. In Texten, Berichten und Karten gab es sehr unterschiedliche Angaben über die Anzahl der Steine, von 19 auf der einen Seite bis 59, die man heute zählen kann. Es kann auch eine kleinere Schiffslegung neben der gegebene haben, die wir heute sehen. Eine Zeichnung von 1777 zeigt sechs weitere Steine außerhalb der heutigen Schiffslegung, drei auf jeder Seite. Es soll auch ein Grab gegeben haben mit einem "sehr großen Stein" in ostsüdöstlicher Richtung von dem südöstlichen Eckstein. Das deutet darauf hin, dass Ales stenar ein Teil eines größeren Monumentkomplexes gewesen sein könnte.
Während einer langen Zeit war die Schiffslegung mit Flugsand bedeckt. 1916 standen nur 16 der 59 Steine senkrecht. Damals wurde das Monument das erste Mal restauriert, Sand wurde beseitigt und einige der Steine wurden wieder aufgerichtet. Auf Skizzen von 1916 sind die sogenannten Ruder- und Altarsteine das erste Mal zu sehen. Möglicherweise kam der Ruderstein erst im Zusammenhang mit der Restaurierung 1916 hinzu. Die Höhe des Altarsteines, den man damals ausgrub, wurde mit 2,75 Metern angegeben. Als der Stein 40 Jahre später das nächste Mal ausgegraben wurde war er nur noch 1,4 Meter hoch. Ob der Altarstein ausgewechselt oder abgeschlagen worden ist, werden wir wohl niemals erfahren.
In den 40iger Jahren des 20. Jahrhunderts errichtete das Militär ein Gebäude zur Luftüberwachung neben der Schiffslegung. Gleichzeitig wurde ein Schutzraum zwischen zwei Steinen gegraben. Nach dem Krieg wurde das Gebäude abgerissen, die Steine jedoch waren zu jenem Zeitpunkt fast vollständig im Flugsand begraben. 1956 wurde das Gelände zum zweiten Mal restauriert. Leider wurde damals jedoch keine archäologische Untersuchung gemacht. Die Erde um die Steine herum und damit auch eventuelle Funde wurden mit Förderbändern abgetragen. Mehre Steine haben Schäden, die im Laufe der Jahre entstanden sind. Es wurden Restaurierungsarbeiten vorgenommen, um zu verhindern, dass die Steine zerfallen.


Skizze von Ales stenar von 1873. Bruzelius, ATA.



