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Burggeschichte

Glimmingehus ist die am besten erhaltene mittelalterliche Burg Skandinaviens. Sie wurde vom Burgherren Jens Holgersen Ulfstand erbaut. Ulfstand war Ritter, Reichsrat und Reichsadmiral sowie Gouverneur auf Gotland. Der große Bau wurde 1499 begonnen, zumindest wenn man der viel diskutierten Inschrift über dem Portal der Burg Glauben schenkt. Fast fünfzig Jahre wurde die Burg von Jens Holgersen Ulfstand und seiner Familie als Wohnstätte benutzt.

Im 15. Jahrhundert war es nichts Ungewöhnliches, dass sich wohlhabende Familien in Schonen, unter ihnen Adelsfamilien und Bischöfe, ihre Wohnhäuser aus Stein bauen ließen. Man hatte die finanziellen Mittel, die älteren Gebäude aus Holz und Fachwerk zu verlassen und statt dessen stabilere Steinkonstruktionen zu bauen. Die Burgen an sich bildeten auch einen Schutz gegen die Bauernaufstände, doch zog man oft die Bequemlichkeit der Sicherheit vor.

Ritterromantik

Glimmingehus allerdings ist hierin eine Ausnahme mit seinen listigen Todesfallen, die einen eventuellen Eindringling überraschen sollten. Aber die Architektur dieses großen Hauses war nichts Neues oder Bahnbrechendes zu Jens Holgersens Zeiten. Schon damals beinhaltete die Architektur der Burg eine gewisse ritterromantische Nostalgie.

Lieblingsburg der Forscher

Seit Mitte des 19. Jahrhunderts ist Burg Glimmingehus eines der Lieblingsobjekte der Mittelalterforschung. Die ersten Forscher stießen auf ein vollgepfropftes Speichergebäude, das zu einer großen Landwirtschaft gehörte. 1935 begann ein umfassendes Bautenschutzprogramm und damit große archäologische Untersuchungen auf der Burg und in ihrer Umgebung.

Exklusive Funde

Das Fundmaterial zeigte deutlich, dass der Haushalt der Burg Glimmingehus sehr exklusiv war. Das Material umfasste teuerste Gegenstände, die man damals in Europa erwerben konnte, unter anderem venezianisches Glas, gepresstes Glas aus dem Rheingebiet und spanische Keramik. Wahrscheinlich hörte das Luxusleben mit dem Tode Jens Holgersens um 1520 auf, da Fundmaterial aus späteren Epochen nur noch einfache einheimische Gebrauchsgegenstände zu Tage brachte.

Nach wie vor ein Rätsel

Heute ist Glimmingehus ein lebendiges Kulturdenkmal und ein Zentrum für Mittelalterenthusiasten aus ganz Skandinavien sowie ein spannendes Ausflugsziel. Neue archäologische und bauhistorische Forschungen führten dazu, dass man heute ein Bild davon hat, wie die Burg seinerzeit gebaut und angewendet worden ist. Im Zusammenhang mit diesen Untersuchungen konnten viele ältere Thesen widerlegt und neue Fragestellungen aufgeworfen werden. Dennoch wirft das ewige Forschungsobjekt Glimmingehus nach wie vor viele Rätsel auf.

Der Eingang zu Burg

Der Eingang zur Burg mit der Tafel, die Jens Holgersen Ulfstand zur Erinnerung an die Grundsteinlegung 1499 aufgestellt hatte.

Foto: Glimmingehus


Ein rundes Steinrelief in natürlichem Licht an einer Fensternische in der Frauenkemante

Außen einfach, aber innen exklusiv. Glimmingehus beherbergt unter anderem ungewöhnliche und schöne Steinreliefs.


Ein Gewölbe in Spitzbogenstil an einer Türöffnung in Glimmingehus.

Die Burg bezaubert. Wozu gibt es ein Becken in einer Fensternische, eine halbfertige Türöffnung und wundersame Löcher in den Wänden?


Ein Grosser Raum mit Holzdach, Holzfussboden und grossen öffnungen gebaut, um die Verteidigung der Burg zu erleichtern.

Der Schützenboden über dem Grossen Saal. Der Raum erstreckt sich über das gesamte Gebäude und hat 18 Öffnungen mit Holzläden.

Foto: Bengt A. Lundberg


Letzte Aktualisierung
2006-09-27
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